Leben im hier und jetzt

Ich habe kürzlich wieder etwas dazugelernt, dass ich unbedingt mit euch teilen möchte, da mir diese Lektion als allgemeines Problem unserer hektischen Gesellschaft erscheint. Schon seit längerer Zeit versuche ich mein Zeitmanagement optimal zu meistern und meine Prioritäten erfüllend zu setzen. Es gab Zeiten in meinem Leben, in welchen ich von einem Termin zum anderen rannte und mich förmlich selber verlor. Dann durchlebte ich andere Zeiten, wo ich mir wieder ein bisschen mehr Action wünschte. Die Balance zwischen Aktivität und Ruhe zu finden erscheint mir bis heute noch nicht ganz einfach, aber ich bin auf gutem Weg. Als ich diese Balance ein bisschen genauer analysierte bemerkte ich, dass ich eigentlich mit Ruhe sehr schlecht umgehen kann. Klar genoss ich einen faulen TV Abend zu Hause im Gammellook, aber am nächsten Tag wünschte ich mir bereits wieder ein vollgestopftes Programm. Da mir das alleine zu Hause sein überhaupt nicht gefiel. Versteh mich nicht falsch, ich möchte nicht propagieren, dass du die Zeit möglichst alleine todschlagen solltest. Aber wie ist das bei dir? Kannst du die Ruhe alleine geniessen und fühlst du dich wohl dabei? In all diesen Gedanken wurde mir nun etwas bewusst.

So gesegnet wie ich bin, durfte ich letzte Woche an den Strand flüchten und mir eine Auszeit aus dem kalten Winter gönnen. Es war ein absoluter Erholungsurlaub, wir entspannten uns jeden Tag auf dem Liegestuhl, badeten im Meer und genossen einfach die Sonne. Ich freute mich viel Zeit mit Jesus verbringen zu können und nahm auch genügend Bücher und Musik mit, dass mir bestimmt auch nicht langweilig wird auf dem Liegestuhl. Am ersten Tag beschäftigte ich mich mit lesen, Musik hören, baden und ich forderte meine Kollegin auch immer wieder mal auf ein Spiel zu spielen, sobald ich mich gelangweilt fühlte. Ich habe mich dann am Abend gefragt, wieso ich eigentlich immer Action brauche? Andere liegen da auf ihrem Liegestuhl und geniessen es einfach, weshalb kann ich das nicht? Und versteh mich nicht falsch, es ist absolut legitim, dass nicht alle Leute gleich viel Action in ihrem Leben brauchen und für gewisse passt Strandurlaub sowieso ganz und gar nicht in ihr Leben. Aber ich bemerkte einmal mehr, dass ich nicht mit der Ruhe umgehen kann. Ständig jagte ich von der einen zur nächsten Beschäftigung nach. So habe ich mich also entschieden am nächsten Tag mein Buch und mein Handy im Hotel zu lassen und den Tag auf dem Liegestuhl mit Jesus zu verbringen und einfach die Ruhe zu geniessen.

Am Strand angekommen fing ich an zu beten. Jesus, was denkst du, über was soll ich in meiner Bachelorarbeit schreiben? Jesus wieso passierte dies und das in meiner Vergangenheit? Daddy werde ich in Zukunft xy erleben? Plötzlich liess mich eine Frage nicht mehr los. Die Frage lautete lediglich, wo bist du gerade? Und ich dachte hää, ist ja klar, ich bin am Strand. Als ich aber weiterhin über diese Frage nachdachte wurde mir bewusst, körperlich bin ich schon am Strand, aber geistig bin ich überall sonst. Dies war für mich so eine wichtige Erkenntnis. So oft im Leben sind wir körperlich an einem Ort, aber geistig ganz woanders. Dies führt dazu, dass es einem sehr schwerfällt sich auf die momentane Situation einzulassen und einfach den Moment zu leben. Die Vergangenheit ist vorbei, die Zukunft kommt bestimmt, aber die Gegenwart ist hier und jetzt, diese soll man geniessen. Und ich dachte gerade in unserer hektischen Gesellschaft passiert das doch so oft, ich treffe mich mit einer Kollegin, aber bin im Kopf noch im Studium. Oder ich arbeite und mit meinen Gedanken bin ich noch bei einem Gespräch vom Vorabend, welches mich noch beschäftigt. Mir wurde bewusst, dass ich den Moment sehr selten geniesse und dass dies so schade ist. Gott legt uns so viele Überraschungen vor die Füsse, welche wir sehr selten wahrnehmen, da wir so gefangen sind in unseren Gedanken und uns nicht auf den Moment einlassen können.

Nun zurück zum Stand. Geflasht von dieser neuen Erkenntnis lag ich also auf meinem Liegestuhl und ich habe mir vorgenommen, dass ich nicht weiter Momente verstreichen lassen möchte, die ich nicht geniesse, da ich geistig nicht anwesend bin. Ich bat Gott mir von Neuem den Fokus auf das hier und jetzt zu lenken und jeden einzelnen Moment des Lebens voll und ganz geniessen zu lernen. Nur so sehe ich alle Überraschungen, die er für mich vorbereitet hat. Es war so überwältigend wie ich nun spürte wie die Sonne meinen ganzen Körper wärmte und es sich wie liebevolle Küsse von oben anfühlte. Das Meer rauschte im Hintergrund und ich fühlte mich wie in einer Spa Oase. Ab diesem Moment genoss ich jede einzelne Minute im Urlaub und versuchte alle Momente so gut wie es ging wahrzunehmen und zu geniessen. Immer wieder wurde ich überrascht, wie Jesus mir in diesem Urlaub mit winzigen Details ein Lächeln auf das Gesicht zauberte. Ich bin mir sicher, dass er dies schon seit Jahren tut, aber ich es oft nicht gesehen habe, da ich geistig abwesend war. Ich möchte dich auch herausfordern den Moment zu leben und zu geniessen. Geh mit offenen Augen und mit einem offenen Herz durchs Leben und lasse dich nicht ständig von der Vergangenheit oder der Zukunft einnehmen. Er hat alles unter Kontrolle!

 

 

 

 

 

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