Gottes Wille vs. freier Wille

Endlich komm ich mal wieder dazu etwas zu schreiben. Mir schwirren ja immer Millionen Sachen im Kopf herum und ich denke, dass muss unbedingt auf meinen Blog… nunja, man sieht wie gut mir das gelingt;)

Seit einer Weile schon (und vermutlich auch weiterhin) macht mir dieses „Gottes Wille vs. Freier Wille“-Spannungsfeld zu schaffen. Ja, Gott hat uns einen freien Willen gegeben, was dabei rauskommt sehen wir Tag für Tag und doch hat Gott nicht nur alles in der Hand, er weiß auch alles – das, was war, was ist und was sein wird. Und jederzeit ist alles unter seiner Kontrolle, denn wenn dem nicht so wäre, wäre er nicht allmächtig. Aber das ist er ja…oder?
„Ich bin Gott, der Allmächtige.“ (1.Mose 17,1)
Zweifellos! Aber wie kriegen wir das zusammen?
Ich hatte gestern eine Diskussion mit einer guten Freundin. Sie hat, wie ich auch das Problem, dass es ihr oft schwer fällt, Menschen, die augenscheinlich weniger intelligent, wortgewandt, kreativ….sagen wir, weniger wie wir sind, zu respektieren und durch Gottes Augen wahrzunehmen. Sie gehen ihr oft einfach nur auf die Nerven und sie versteht nicht, warum sie sich nicht einfach „normal“ benehmen oder mal nachdenken können. Warum das so ist, weiß ich auch nicht, aber was ich gelernt habe,  ist: Dass ich scheinbar intelligent, wortgewandt und kreativ bin, ist mitnichten mein Verdienst. Es ist etwas, dass Gott mir geschenkt hat. Jede gute Entscheidung, die ich in meinem Leben getroffen habe, hatte ihren Ursprung in Gott. Die Kraft meinen inneren Schweinehund manchmal zu besiegen, die kommt nicht aus mir selbst, sie kommt von Gott. Und doch vergesse ich das so oft. Und Gott allein weiß, wie oft ich schon versucht habe Probleme oder Gewohnheiten aus eigener Kraft in den Griff zu kriegen und jedes Mal scheitere ich kläglich. Jedes Mal komme ich an den Punkt, wo ich nicht mehr kann, wo mir nichts mehr einfällt außer beten: „Gott, ich kann es nicht. Ich schaff es nicht. Du musst es tun. Ich brauch Dich, ohne Dich geht es nicht!“ Und dann, jedes Mal an diesem Punkt geht es vorwärts und trotzdem versuche ich es beim nächsten Mal erstmal selbst…stellt sich nebenbei bemerkt die Frage wie intelligent ich tatsächlich bin;)
Welche Frage mir meine oben genannte Freundin daraufhin stellte, ist aber die eigentlich interessante: Aber wenn man nichts aus eigener Leistung heraus kann, wenn für alles der Anstoß immer von Gott kommt, dann bin ich doch nur eine Marionette und mit freiem Willen hat das nicht viel zu tun?!
Was soll man darauf sagen?! Irgendwie ist es so, aber irgendwie auch nicht.
Und dann kam mir heute morgen dieses Bild:
Gott ist die Sonne und wir sind der Mond. Der Mond leuchtet nur, weil er von der Sonne angestrahlt wird. Er selber besitzt keine Leuchtkraft. Gäbe es die Sonne nicht, könnte der Mond auf und nieder springen, es bliebe dunkel in der Nacht.
Gott ist das Licht, alles Gute kommt von ihm. Ja, wir können auch leuchten und wenn es dunkel ist, könnte man sich sogar einbilden, wir können das aus unserer eigenen Kraft heraus und für manche mag das von außen sogar so aussehen, aber die Wahrheit ist, alles Gute, was aus uns kommt, kommt von Gott. Wäre Gott nicht da, würden all unsere Bemühungen gut zu sein nicht fruchten. Es würde vollkommene Dunkelheit herrschen. Die Kraft zu leuchten kommt nicht aus uns selbst. Vielleicht können wir (im Gegensatz zum Mond) aber entscheiden, ob wir überhaupt leuchten wollen oder nicht. Wir können den Licht-Schalter an oder aus machen, wenngleich wir das Licht an sich nicht daran hindern können sich auszubreiten. Wenn der Mond plötzlich nicht mehr leuchten würde, würde die Sonne am nächsten Tag trotzdem wieder aufgehen.
Diese Sonne-Mond-Bild hat mir persönlich das Verhältnis von Gottes Willen und unserem eigenen sehr stark verdeutlicht.
Lasst uns also die Woche im Bewusstsein beenden, dass wir Tag für Tag für Gott leuchten wollen!

Ein Gedanke zu “Gottes Wille vs. freier Wille

  1. Hallo, Du hattest vor längerer Zeit mal beim Wassertiger kommentiert, beim sichten des alten Eintrages bin ich auf deine Website gestoßen 🙂

    Wir suchten durch Gebet und Besinnung die bewusste Verbindung zu Gott – wie wir Ihn verstanden – zu vertiefen. Wir baten Ihn nur, uns Seinen Willen erkennbar werden zu lassen und uns die Kraft zu geben, ihn auszuführen.
    (Der 11te Schritt der anonymen Alkoholiker, denen ich verbunden bin.)

    Ja, auch ich denke, er lässt uns unseren „freien“ Willen, weil er Sklaverei verachtet. Wobei „frei“ eben relativ ist. Geprägt von unseren sozialen Strukturen, erlernten Mustern, gesteuert oft genug von unserem aufgeblähten Ego. Dazu passt auch die Ungnade jenen Menschen gegenüber, die offensichtlich mit weniger auf Erden losgelassen wurden als ich. Das ist ein Form von Arroganz, gegen die ich angehe, wann immer mir sie bewusst wird.

    Danke für`s erinnern und Grüße aus dem Tal der Wupper,
    Reiner

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