Mehr als alles andere behüte dein Herz

Dieser Satz nimmt seit ein paar Jahren einen sehr hohen Stellenwert ein in meinem Leben. Wie so jeder wurde auch ich schon verletzt und ich versuchte dies zu verhindern. Viele Strategien hatten nicht funktioniert und deshalb versuchte ich durch Selbstschutz mein Herz zu bewahren. Aber auch sonst im Leben bemerkte ich, dass das Herz eine riesen Rolle spielt. Mir wurde bewusst, dass ich mit meinem Innern zufrieden sein muss, um glücklich zu sein. Von mir selber werde ich nie davonlaufen können. Deshalb ist dieser Satz seit ein paar Jahren sehr prägend für mich. Bevor ich mit meiner Story beginnen möchte, frage ich dich, was dieser Satz mit dir macht? Spricht er dich an? Vielleicht kannst du dir auch vor Augen führen, weshalb er dich anspricht oder eben nicht.

Nun zu meiner Story. So versuchte ich also über mehrere Jahren mein Herz zu beschützen und zu bewahren. Das ist ja auch klug, denn du hast nur ein Herz in deinem Leben und es lebt sich einfach, wenn du im Reinen bist mit dir selber. Aber weisst du auch, dass dieser Schutz sehr hindernd sein kann? Ja vielleicht sogar auch ungesund? Kannst du dir auch vorstellen, dass du durch diesen Schutz kein Risiko mehr eingehst? Wohlverstanden, es ist immer eine Sache der Balance. So musste ich vor ein paar Wochen bemerken, dass mein Selbstschutz ungesund ist. Gerade was Verletzungen angeht vielleicht sogar sehr ungesund. Ich beugte jeder Situation vor, die mich verletzen hätte können. Klar ist mir das nicht immer gelungen, aber in den meisten Fällen hatte ich das Gefühl, dies sehr gut hinbekommen zu haben. Ist das Freiheit? Wenn du dir immer überlegen musst, könnte mich das verletzen oder könnte diese Situation irgendwann verletzend Enden für mich? Nein ich glaube nicht. Ich war ein sogenannter Sklave meines Selbstschutzes. „Nur nicht zu viel Risiko. Es könnte sein, dass ich diese Situation irgendwann nicht mehr selber kontrollieren kann. Uii das könnte sehr schmerzhaft werden, lieber nicht.“ Ich durfte glücklicherweise davon frei werden und merken, dass ich mich nicht selber schützen muss. Ich durfte erkennen, dass mein Daddy im Himmel sehr fest an meinem Herz interessiert ist und es ihn genauso schmerzt, wenn ich verletzt werde. So habe ich also erkannt, dass ich Jesus als meinen Schutz anwenden darf und ihm voll und ganz vertrauen kann, dass er das Beste will für mich. Dies bedingt, dass ich mich von ihm leiten und führen lasse. Ich möchte an dieser Stelle festhalten, dass dies nicht heisst, dass ich nun nie mehr verletzt werde. Aber auch wenn die Verletzung noch so schmerzt, weiss ich, dass mein Daddy mit mir weint und es ihm genauso weh macht. Er heilt meine Wunden und er sorgt für Wiederherstellung, dass ich weiter Leben darf ohne Schmerzen und Angst. Das ist Freiheit! Ich darf Risiken eingehen, denn ich weiss, er ist mein Schutzschild, er wird mich warnen und wenn es zu Verletzungen kommt, ist er mein Tröster.

Dies ist noch nicht genug, ich durfte gerade heute noch mehr zu diesem Satz „Mehr als alles andere behüte dein Herz“ dazu lernen. Schon öfter habe ich unsere Gesellschaft hinterfragt. Wenn ich an öffentlichen Orten wie z.B am Flughafen bin, ist mir aufgefallen, dass ich mich ab Personen nerve, die die Regeln nicht einhalten. Beispielsweise war der Aufruf am Flughafen, es sollen alle Leute mit Sitzplatz von X bis Y ins Flugzeug einsteigen. Denkst du die Leute haben sich daran gehalten? Es wäre so gut durchdacht gewesen, aber die Personen stiegen willkürlich in die Maschine ein und es herrschte ein Chaos. Ich habe mich so genervt! Es wäre doch soooo einfach! Was versteht ihr daran nicht?! Dann eine zweite Situation heute beim Einkaufen. Auf dem Band an der Kasse stand das Schild „Bitte die Kasse nebenan benutzen“. Eine Kundin legte ihre Artikel auf dieses Band und wartete einen kurzen Moment. Sie bemerkte, dass keine Kassiererin in Sicht ist und fragte die Kassiererin an einer anderen Kasse: “ Wann kommt hier endlich jemand?!“ Die Kassiererin antwortete: „Diese Kasse ist momentan nicht besetzt, bitte stellen Sie sich hier in die Reihe.“ Die Kundin verstand die Welt nicht mehr und fluchte vor sich hin. Ich beobachtete diese Situation und fragte mich: „Was ist in unserer Welt kaputt? Das Schild ist unübersehbar, was erwartet diese Frau?!“ In diesem Moment kam mir den Satz in den Sinn „Mehr als alles andere behüte dein Herz“. Mir wurde bewusst, dass gerade in unserer Gesellschaft so oft unser Herz zum Vorschein kommt. Wir haben Angst, dass wir zu kurz kommen. Deshalb müssen wir auch beim Flugzeug gleich einstiegen. „Ich will doch in den Urlaub! Auf was soll ich warten? Spielt doch keine Rolle ob ich jetzt schon einsteigen soll oder nicht. Ich WILL jetzt…“ So bekam dieser Satz heute nochmals eine ganz neue Bedeutung für mich. Von was ist mein Herz voll? Hinter unserem Verhalten steht in erster Linie unser Herz. Habe ich mich an erster Stelle? Könnten wir nicht einen Unterschied in unserer Gesellschaft machen, wenn wir unser Herz prüfen und uns fragen, was wir nach aussen aussenden möchten? Ich auf jeden Fall möchte nicht, dass ich nach mir und meinem eigenen Wohl trachte. Denn ich weiss, mein Daddy schaut, dass es mir gut geht. Ich möchte denn Menschen um mich herum zeigen, dass es um viel mehr geht, als um mein eigenes Wohl. Es geht darum eine Welt zu schaffen, in welcher man sich gegenseitig liebt, einander respektiert und nicht darum, dass ich nicht zu kurz komme. Was ist mir dir? Wonach trachtest du?

 

 

Wörter haben Macht

Diese Woche hat mich das obengenannte Thema wieder einmal sehr stark beschäftigt. Immer wieder versuche ich mir bewusst zu machen, dass die Wörter, welche über meine Lippe wandern, einen Einfluss auf mich haben. Sie können sehr lebensspenden, aber auch sehr lebensraubend sein. Ich möchte euch an meinen Gedanken über dieses Thema teilhaben lassen.

Ich weiss nicht, wie es euch geht mit diesem Thema, aber ich erwische mich immer wieder, dass ich mir die Macht der Wörter nicht ganz bewusst bin. Meine Woche war hart, ich stiess auf einige Hindernisse und es fiel mir teils schwierig positiv zu bleiben in meinen Gedanken und im Gebrauch meiner Wörter. Jedoch wurde mir gleich nach dem ersten Tag bewusst, dass ich mir selbst keinen Gefallen tue, wenn ich jetzt all meinen Kolleginnen erzähle, wie mich diese und jener nervt und wie sie mich einfach nicht verstehen. Als ich genau an diesem ersten Tag bei einer Kollegin jammerte, hielt ich für einen Moment inne und dachte, hast du dir jetzt selbst zugehört? Ist ja schrecklich, wie dich alle nerven und keiner dich versteht? Niemand sieht deinen Einsatz? Du machst alles falsch? Genau ab diesem Moment habe ich entschieden, mich sofort aus dieser Opferrolle zu befördern. Dies tönt jetzt sicherlich einfacher als es war oder zum Teil bis heute auch noch ist. Aber eines kann ich dir sagen, auch wenn ich es bis heute nicht perfekt mache und noch immer zwischendurch negative Gedanken über meine Situation habe oder gar negative Wörter darüber ausspreche, es hat sich etwas geändert. Mein Bewusstsein über die Macht der Wörter hat sich nochmals geändert. Ich ermahne mich immer wieder selber, wenn ich negativ Denken möchte oder jetzt gerade jemandem wieder erzählen will, wie schwierig mir das alles fällt.

Versteh mich bitte nicht falsch, es geht nicht darum, dass dir gewisse Lebenssituationen nicht schwerfallen dürfen. Ganz und gar nicht! Es geht darum, wie reagierst du in solchen Lebenssituationen? Und wie möchtest du, dass du reagierst? Wie du vielleicht weisst, hat jede Reaktion auf eine Situation mit dir und deinem Herz zu tun. Alle Dinge aus der Vergangenheit die dich in irgendwelcher Art und Weise geprägt haben, kommen immer wieder zum Vorschein. Aber wir sind unseren „Altlasten“ nicht machtlos ausgeliefert, wir haben den freien Willen gegen diese anzutreten. Und genau das habe ich diese Woche wieder einmal mehr ausgeübt, ich stellte mich in den Kampf gegen meine negativen Gedanken und Wörter. Ich merkte nämlich, dass es mich nur noch mehr runterzieht, wenn ich negativ über die Sache denke und gar noch spreche. Ich begann zu glauben, dass niemand meinen Einsatz sieht, dass ich nichts recht machen kann etc.

Da erinnerte mich aber meinen Daddy im Himmel wieder daran, dass dies alles nur Lügen sind. Gott sei Dank ist er sooo geduldig mit uns und führt uns immer wieder auf den richtigen Weg zurück! Ich gebe mir wirklich bis heute immer noch sehr Mühe, möglichst positive Wörter und Gedanken über meine momentane Situation zu haben. Dies half mir sehr die letzte Woche, immer wieder mit einem neuen Fokus auf die Dinge zu schauen und dabei zu merken, Hey also so schlimm ist es doch auch wieder nicht 🙂 Des Weiteren will ich mich immer wieder an den Verheissungen von unserem himmlischen Vater festheben! Ich weiss wer ich bin in den Augen meines Vaters und ich weiss, dass ich genüge für ihn. Zumindest er sieht deinen Einsatz, auch wenn du vielleicht denkst, niemand sieht deine Bemühungen, er sieht es! Und er ist unglaublich stolz auf dich! Wir müssen uns immer wieder vor Augen führen, dass wir der Gesellschaft nicht genügen können und auch gar nicht müssen. Ich möchte dich herausfordern, gerade in den kommenden Tagen einmal auszuprobieren, positiv über Dinge die dich nerven zu denken und zu sprechen. Du wirst sehen, es versetzt Berge!